Seit Wochen befindet sich die Wetterauer SPD nun im Wahlkampfmodus zur Landratswahl und gibt sich dabei sehr hilflos, so die CDU Butzbach. Aus allen Ecken wird versucht, den erfolgreich amtierenden Landrat Jan Weckler mit Dingen zu überhäufen, an denen er angeblich Schuld sei. Dabei vergessen sowohl Vertreter der Kreis-SPD als auch einzelne Vertreter des evangelischen Dekanats sowie anderer Institutionen, dass sich CDU und SPD im Kreis in einer großen Koalition abstimmen und dass gerade die Zuständigkeit für den Bau und die Unterbringung von Flüchtlingen bei der Ersten Kreisbeigeordneten und SPD-Mitglied Stefanie Becker-Bösch befindet. Letztgenannte sei in den letzten Wochen wegen Krankheit in der Kreisverwaltung nicht mehr anwesend, während sie gleichzeitig in den sozialen Medien bei allen SPD-Veranstaltungen auftrete. Nicht nur dass Landrat Jan Weckler sich um die Führung von 1600 Mitarbeiter kümmern müsse, übernehme er nun auch noch die Arbeit der Ersten Kreisbeigeordneten. Dass dann durch den ehemaligen Landrat Rolf Gnadl Kritik geübt wird, ist ein Hinweis für die CDU, dass er selbst mit seiner Tochter, der SPD Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Lisa Gnadl über die Beurteilung der Lage uneins zu sein scheint. Oder aber Frau Gnadl lässt ihren Papi machen und schweigt zu den die gesamte Koalition treffenden Vorwürfen. „Für die CDU Butzbach ist beides unklug und offensichtlich, welches Spiel die Kreis-SPD zur Unterstützung ihres designierten Landratskandidaten Rouven Kötter hier treibe“, so der CDU Stadtverbandsvorsitzende Butzbachs Stefan Euler.

Die Kritik an der derzeitigen Situation müssten sich auch die Vorgänger von Jan Weckler, Joachim Arnold und Rolf Gnadl (beide SPD) selbst auferlegen. Denn beide, aber insbesondere Arnold, hätten wenig für den Wohnungsbau im Wetteraukreis und für die Vorsorge von Flüchtlingsunterkünften getan. Die große Koalition müsse nun diese Scherben, aber auch die auf alle deutsche Kommunen sintflutartig einbrechende Situation kontrolliert abarbeiten. So etwas müsse auch Gnadl aus seiner Zeit als Landrat bekannt und bewusst sein, oder werde er auch, wie einige SPD Spitzenpolitiker, vergesslich?

Es sei schon, so die CDU Butzbach weiter, sehr verwerflich, wenn SPD Granden die Flüchtlingskrise nutzten, um Wahlkampf für ihren Kandidaten zu machen. Viel intelligenter wäre es, wenn der Kandidat sich selbst und seine ihn unterstützenden Kräfte mit klugen Vorschlägen ein klare Krisenmanagement-Profil verschaffen würden. Stattdessen ließe sich der SPD Kandidat sehr gern mit SPD Bürgermeistern für die Presse ablichten. „Frühstücksdirektoren braucht der Wetteraukreis nicht“, so die CDU.

Die CDU werde sich nicht daran beteiligen, auf dem Rücken von Flüchtlingen Landratswahlkampf zu betreiben. Auch die Versuche von Vertretern des evangelischen Dekanats seien ein Ablenkungsmanöver. In der Realität, so zum Beispiel auch in Butzbach, sei die evangelische Kirche einer der größten Landeigentümer, weigere sich aber vehement, Bauland für den Bau von preisgünstigen Wohnungen der Stadt Butzbach zur Verfügung zu stellen mit dem „grünen“ Argument, man wolle keine weitere Landflächenversiegelung. Gleichzeitig bemängelt sie aber, dass die Kommunen und der Wetteraukreis, allen voran der amtierende Landrat, nichts tun würde oder zu wenig getan hätten, um hinreichend Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. „Die Wiederauflebung der Flüchtlingshilfe, die 2015 erfolgreich bei der ersten großen Flüchtlingswelle geholfen hat, ist ein Mosaikstein, die aktuellen Probleme sind aber wesentlich vielfältiger und müssen daher gemeinsam gelöst werden. Es wäre daher besser, wenn die Herren Dittrich und Hartmann im Sinne ihrer von ihnen vertretenen Institutionen ihre Stimmen nutzten, um die Block-Politik u.a. der evangelischen Kirche in der Fragestellung der günstigen Bereitstellung von Land für bezahlbaren Wohnraum aufzubrechen“, so Euler weiter.

Die große Herausforderung unserer Zeit besteht neben der Energie- und Klimakrise, sicherlich in der großen Zahl an Flüchtlingen, die auf uns noch zu kommt. Hier müssen alle Ressourcen ausgeschöpft werden, damit es nicht zu Zuständen wie 2015 kommt. Dafür ist aber ein Arbeiten Hand in Hand nötig. Kreis, Kommunen und viele andere Institutionen sind hier aufgefordert. Wenn alle ihren Job machten und auch der SPD Landratskandidat Rouven Kötter würde seine kooperative Hand reichen und mit intelligenten Vorschlägen auf sich aufmerksam machen, wäre das für alle besser als die polemische, auf dem Rücken der Flüchtlingen betriebene SPD Politik. „Hier kann Rouven Kötter in seinen eigenen Reihen für mehr Disziplin und Ruhe auch innerhalb der großen Koalition in der Wetterau sorgen und zeigen, dass er führen kann“, fordert ihn die CDU Butzbach auf.

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