Zum einen werde den Stadtverordneten verschwiegen, welche Lizenzkosten damit verbunden seien, die die Stadt später zu zahlen habe, zum anderen müsse man auch einmal sehr deutlich auf die Verwendung der von "Fairtrade Deutschland" eingenommenen Gelder hinweisen: "Fairtrade Deutschland" habe 29,2 Mio EUR in 2021 an Einnahmen gehabt, davon seien 5 Mio EUR in Personal, 4 Mio EUR in Presse und Werbearbeit, weitere 1,5 Mio EUR in Verwaltungsaufwendungen geflossen. 6 Mio EUR seien an "Fairtrade International" abgeführt worden und damit dem Monitoring der deutschen Fairtrade Organisation entzogen, weitere 6 Mio EUR seien weitergeleitete Lizenzeinnahmen, 6 Mio EUR würden in Rückstellungen gestellt und tatsächlich nur 1,7 Mio EUR landeten wirklich bei den Produzenten. „Mit anderen Worten“, so Euler, „wir sprechen hier von gerade einmal 5 %, die bei den eigentlichen Produzenten landen würden“. Euler führt weiter aus, dass auch eine Reihe heimischer Unternehmen, die die Voraussetzungen für das Fairtrade-Siegel erfüllten, sich um eine entsprechende Zertifizierung beworben hätten. Dort wird regional und mit wenig bis neutralem CO2 Emissionsausstoß produziert. Diese Betrachtung fehlt ja völlig bei Fairtrade und wird auch nirgends in den Kriterien erwähnt. Ist heimische Landwirtschaft kein "Fairtrade" oder ist es politisch nicht elegant genug für ein Siegel? Ist die Klimakrise auf einmal doch nicht mehr unsere Größte? Wenn sich der Klimawandel weiter fortsetzt und wird heimische moderne Landwirtschaft mit emissionsarmen Maschinen und kurzen Wegen nicht gefördert, kann bald in den Regionen, wo wir mit einer teuren Zertifizierung die Welt versuchen zu retten bald niemand mehr Leben. Auch der reale Effekt auf "Fairen" Handel ist hier für Außenstehende schwierig zu erkennen. Kaffee für öffentliche Veranstaltungen kann auch ohne kommunales Siegel fair bezogen werden und der Einzelhandel stellt aufgrund des Kundendrucks auf faire und klimaschonende Produkte um. „Genau aus diesem Grund und weil uns auch seitens der Verwaltung die Kosten für die Teilnahme an einer Fairtrade-Mitgliedschaft nicht offengelegt werden konnten, haben wir uns als CDU bei der Abstimmung enthalten und werden dies auch weiterhin tun. Diese NGO scheint mit diesen Informationen wie ein Euro-Drehbetrieb, bei dem mehr als 30% der Einnahmen für Aufwendungen der Verwaltung des Systems ausgegeben werden. Allein die Personalkosten seien von 2020 auf 2021 um mehr als 15% gestiegen. Auch wenn hier auf den ersten Blick eine ehrbare und "faire" Angelegenheit, aber sollten uns Selbstbedienungsläden, wie die AWO Rhein-Main kritischer werden lassen. Wir haben also einen guten Grund der Teilnahme ablehnend gegenüberzustehen, auch wenn es in einigen Kreisen im Parlament als schick erscheine und der Wetteraukreis immer als Referenz angeführt wird. Als eigenständige Kommune sind wir nicht nur in der Lage, sondern auch in der Pflicht unsere Entscheidungen mit kritischem Blick auf Basis von Fakten zu fällen. "Fairtrade ist für die CDU Butzbach kein Automatismus“, schließt der Vorsitzende der CDU Butzbach seine Ausführungen ab.

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